"Eine ganz besond're Luft"


Der Monat rennt zur Tür hinaus,
Zu folgen seiner Vogelspur.
Die Liebe liegt im Warenhaus,
Dort neben Mülheim an der Ruhr.

Die Katzen zucken auf dem Dach,
Wir trinken Kerosin und Korn.
Wir denken viel, sind lange wach
Und werden täglich neu gebor'n.


Aus Morgenwiesen steigt der Dampf,
Die Stadtgehirne voller Dunst.
Herr Amor leidet Wadenkrampf,
Die Zeitungen sind voller Kunst.

Wir atmen ganz besond're Luft,
Verlassen nur spätnachts das Haus,
Wir hören, wie ein Hohes ruft,
Wir rauben Apotheken aus.

Der Regen klopft die Dächer krumm,
Ein Stürmen räumt die Herzen leer.
Frau Venus im Solarium,
Entsteigt dem Plastikbechermeer.

Wir atmen ganz besond're Luft,
Verlassen nur spätnachts das Haus,
Wir hören, wie ein Hohes ruft,
Wir rauben Apotheken aus.







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