"Dr. S. in Fischstäbchenland"

Dr. S. macht Urlaub in Fischstäbchenland, ungern, aber
es nahen bereits Septemberwind, Frühnebel und Herbstängste;
Der fremde Herr S. in Fischstäbchenland, besichtigt Burgen
(aus Zeiten der unzulänglichen Geometrie), steht an der Küste
eine Welle braust zischend heran, verbietet dem guten Doktor den Mund
und der hält ihn, mit dem stoischen Hochmut des Rechthabers,
fest geschlossen.

Nachmittags ist S., er, allein, lutscht ein kaltes Bonbon,
(der Himmel hat die gleiche Farbe), bevor es zu regnen beginnt.
Niemand kneift ihn in die Seite, niemand nimmt seine Hand,
nur immer wieder fischfarbene Musik aus Blaskapellen herausgespielt
und der trostlose Geschmack alt gewordenen Pfefferminztees.

Wo ist Alice? Wo ist sie?“ denkt der Doktor,
an der vernieselregneten Promenadenlanschaft entlangschlendernd,
allein und weinerlich, graue Kurhäuser und schlechte Restaurants zur Linken,
rechts die See.

Wo...?“, und über ihm ein Halb- oder fast schon Viertelmond,
misstrauisch äugend.



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